Q1 trifft Friedensnobelpreisträgerin  

Besuch eines Vortrages zu „Atomwaffen“

 Bei einer „Schulstunde“ an der FH Mönchengladbach trafen unsere Schülerinnen und Schüler auf Beatrice Fihn. Viele waren erstaunt, wie direkt uns die Thematik „Atomwaffen“ in Mönchengladbach betrifft.

 Ein Europa ohne Atomwaffen?

Das Prinzip Verantwortung ist der Titel eines Buches unseres Namenspatrons Hans Jonas, das 1979 erschien. Jonas entwickelt darin eine „Ethik für die technologische Zivilisation“. Diese besteht in der Vermeidung unabschätzbarer Risiken, um die Existenz der Menschheit als Ganzes nicht zu gefährden.

Hans Jonas sprach von der Verantwortung, die der Mensch bei der Entwicklung von Technologien hat. Er mahnte „Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“

Wie passt dies zur Entwicklung und Bereithaltung von Atomwaffen?

Am Mittwoch, den 20. März, besuchte die Q1 der Hans-Jonas-Gesamtschule eine „Schulstunde“ mit Beatrice Fihn, die in der Hochschule in Mönchengladbach stattfand. Die Schwedin Beatrice Fihn ist Direktorin der Organisation ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons), die dafür kämpft, Atomwaffen in Europa vollständig abzuschaffen – und dafür 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass ICAN einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen entworfen hat, der es untersagt, solche Waffen zu testen, zu entwickeln, zu produzieren und zu besitzen. Außerdem sind für die unterzeichnenden Staaten die Weitergabe, die Lagerung, der Einsatz sowie die Androhung des Einsatzes verboten. Erschreckend war, dass bis jetzt 50 Staaten den Vertrag unterzeichnet haben - Deutschland jedoch nicht! Im Gegenteil, Deutschland ist sogar an der Entwicklung nuklearer Waffen beteiligt, und mehrere große deutsche Banken investieren in Rüstungsfirmen, die Atomwaffen bauen.

Atomwaffen – was hat das mit uns zu tun?

Weiterhin beunruhigend: Der Abrüstungsvertrag INF, den die USA und Russland geschlossen hatten, und der nukleare Mittelstreckenraketen verbot, existiert nicht mehr, nachdem Präsident Trump ihn im Februar gekündigt hatte. Droht jetzt ein neues atomares Wettrüsten, wie im Kalten Krieg? Übrigens lagern amerikanische Atomwaffen gar nicht weit von Mönchengladbach im Fliegerhorst Büchel in der Eifel …

Frau Fihn zog eine Parallele zu chemischen Waffen, die nach ihrem ersten Einsatz erst über 80 Jahre später international geächtet wurden. Nukleare Waffen sind aber noch zerstörerischer, da sie nicht nur zum Zeitpunkt des Einsatzes in einem riesigen Umkreis Zivilisten töten, sondern auch mittelfristig zum Tod vieler Menschen führen und langfristig das Land für Jahrzehnte verseuchen. Wir denken, dass dies nicht mit Hans Jonas´ Ethik vereinbar ist.

Die Aktivistin machte uns klar, dass junge Leute die Macht haben, Dinge zu verändern. Sie rief dazu auf, anderen von dem Atomwaffen-Verbotsvertrag zu erzählen, zum Beispiel Petitionen zu starten, die den Lokalpolitikern vorgelegt werden. Außerdem forderte sie zukünftige Ingenieure unter den Schülerinnen und Schülern dazu auf, ihr Talent und ihr Wissen nicht für die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen einzusetzen.

Bild Beatrice Fihn mittel