Stammzellenforschung hautnah erleben

Das Ziel lautet: Bekämpfung degenerativer Erkrankungen

Am 25. März fand der europaweite Aktionstag „UniStem Day“ statt. Das Prinzip dabei ist: Forscher vermitteln einer kleinen Gruppe Oberstufenschülern neueste Forschungsergebnisse in Theorie und Praxis.

Auch die Arbeitsgruppe für Neuroregeneration von Prof. Dr. Patrick Küry am Universitätsklinikum Düsseldorf öffnete ihre Labortüren. Mit einem aussagekräftigen Motivationsschreiben – von Frau Reiners und Herrn Seibel unterstützt – haben dieses Jahr drei Schülerinnen und ein Schüler der Jahrgangsstufen EF, Q1 und Q2 vier der acht begehrten Plätze erhalten.

Die Forschungssprache ist Englisch

Beim Einblick in den Forschungsalltag standen dabei nicht nur die aktuellen Forschungsmethoden, sondern auch die ethische Diskussion und die gesellschaftliche Verantwortung der Stammzellenforscher/-innen im Vordergrund. Nach einer kurzen Vorstellung leitete ein Referent mit einer Präsentation in das Thema „Stammzellen“ ein. Allerdings, wie es in einem Studium oft üblich ist, tat er es in englischer Sprache.

Praktische Arbeit am Gehirn einer Maus

Anschließend ging es ins Labor, in dem ein Mäusegehirn präpariert und untersucht wurde. Die Entnahme der Stammzellen stellte sich als schwierig heraus, weil das Gehirn klein ist und die Stammzellen im Hippocampus oder der subventrikulären Zone, einem schwer zugänglichen Teil des Gehirns, liegen. Im nächsten Schritt haben die Teilnehmer gelernt, wie man das Hirngewebe mikroskopisch untersucht. Dazu wird das Gehirn in hauchdünne Scheiben geschnitten und angefärbt, um die einzelnen Bereiche im Mikroskop besser voneinander unterscheiden zu können. Als letzte Methode wurden die Stammzellen von Schülerinnen und Schüler selbstständig kultiviert.

“Das Einzige, was kritisch gesehen wurde, ist die Tatsache, dass man als Forscher/-in Mäuse selbst töten muss.”

Am UniStem Day konnten die Schülerinnen und Schüler in drei Stunden viel Neues über die Stammzellenforschung erfahren, dabei waren die Grundlagen aus Biologieunterricht hilfreich. Das Einzige, was kritisch gesehen wurde, ist die Tatsache, dass man als Forscher/-in Mäuse selbst töten muss. Insgesamt wurde der Tag von Schülerinnen und vom Schüler jedoch als positiv und lehrreich bewertet. Berufliche Perspektiven konnten verfestigt werden und die Bedeutung der Stammzellenforschung zur Bekämpfung degenerativer Erkrankungen weitgreifend erfasst werden.

Bericht von

Anastasia Schiffers (Q2) und Andreas Seibel (Lehrer)

Weitere Informationen mit zahlreichen Bildern von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind auf der Internetpräsens der Stammzellennetzwerkes NRW unter https://www.stammzellen.nrw.de/informieren/schulen/unistem-day-2019 aufgeführt.